pondminer.de vertonte Lyrik * Ungestümes Meer
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Ungestümes Meer
 
Schwankende Planken knarren unter Stiefeln.
Das Salz im Wind schmeckt bitter.
Horizont rutscht unter Wasser.
Wolken ziehen schnell im Kreis.
Wellentürme wie Gebirge.
Von ihren Kuppen weht's wie Schneegestöber.
Weiß über blau und grün.
Sturm singt röhrend sein Lied,
hölzern Schiff sein Instrument.
Denkst an Bratkartoffeln mit Speck.
Riechst trotz verstopfter Nase,
Augen tränenschwer.
Allein an Bord.

Händehaut rissig, brennend, in Fetzen,
Hanfreep und Salzwasserschmerz.
Stehst schief im Windgestürme, stemmst dich dagegen.
Siehst einfach nicht ein: warum nicht grade steh'n?
Segel prall, knattern, wollen lieber fliegen.
Tauwerk ächzt mit Holz um die Wette.
Stöhnend, hält doch zusammen.

Holz zerteilt salziges Wasser.
Als leichter Dunst kann es sanft berühren.
Gradesteh'n für den Moment.
Kaum gespürt und schon verflogen.
Bald stemmt Wind gegen die Segel.
Holz fast zerdrückt von wilden Wogen.
Seemanns Traum, Seemanns Los.
 
Autor: Pondminer


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