pondminer.de vertonte Lyrik * Wasserstaub
down    
Wasserstaub

Vom Wind zu Wasserstaub zermahlen.
Salzige Kristalle schweben frei, wild und ohne Richtung.
Tropfen können nicht mehr fallen, Masten kreisen auf der Stelle.
Tauwerk klopft, sinnlos ohne Takt.
Melodien der Lüfte füllen jedes Ohr.
Platschend vermählt sich Holz und Meer.
Drückend, mahlend, reibend, perlend zerstäubend.
Vom Wind zu Wasserstaub zermahlen.
 
- Wenn Tropfen wieder fallen, Masten sind wie Bäume,
kein Lied mehr singt der Wind, kann Staub des Wassers
werden hart wie Fels und weich wie Moos zugleich.
Der Stein am Ufer versteht das Lied der Lüfte.
Sehnsuchtsvoll schaut er mit seinen Augen durch das Moos.
Erwartet unermüdlich über Äonen die Wogen des Meeres.
Manchmal kann er sich dann bewegen. Tanzt gerne mit den Wellen,
stolpernd, hoppelnd, wie es sich gehört für ihn.
Auch das Moos hat Freud' bei diesem Spiel.
Kann sich laben an Tropfen und Kristallen lange Zeit.

Wenig später liegt alles wie zuvor.
Ruhig und zufrieden Stein und Moos.
In weiter Ferne tanzen nun die Meereswogen.
Werden vom Wind zu Wasserstaub zermahlen.
 
Autor: Pondminer

up    

© 2002 by pondminer / all rights reserved